Die aktuelle Andacht online

Angedacht

Liebe Leser*innen der Kirchennachrichten,

im Sommer des vergangenen Jahres bekam die St. Markuskirchgemeinde ein außergewöhnliches Geschenk: ein Berliner Hauseigentümer meldete sich und informierte uns über einen kuriosen Fund. Bei einer Wohnungsauflösung stieß er auf eine doppelseitig bestickte Fahne: auf der einen, grünen Seite findet sich das Schriftwort
„Seid fleißig zu halten die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens.“ (Eph 4,3)
Aktuelle AndachtAuf der anderen, der weißen Seite findet sich die Verbindung nach Chemnitz: „Volkskirchlicher Laienbund St. Markus Chemnitz“ Seit wenigen Wochen hängt dieser unverhoffte Gruß aus der Frühzeit unserer Gemeinde und Kirche nun von der Orgelempore. Beim Verlassen der Kirche kann, wer gute Augen hat, die biblische Mahnung lesen und mitnehmen. Ich weiß nichts über diesen volkskirchlichen Laienbund und über jene Menschen, die diese Fahne einst gestiftet haben. Auch ist nicht ergründbar, wie sie von Chemnitz den Weg nach Berlin fand. Ihre Botschaft rührt mich und ich möchte ein wenig über sie nachsinnen.
Für die Menschen im dicht besiedelten Arbeiterstadtteil Sonnenberg wird um das Jahr 1900 die Aufforderung „Seid fleißig“ einen besonderen Klang gehabt haben. Vielleicht hat manche und mancher geseufzt beim Lesen dieses Satzes. Bestand nicht der Alltag zu allermeist aus Mühe und Arbeit? Auch wenn sich unsere Lebenswelten seitdem sehr gewandelt haben, so erlebe ich in meinem Alltag viele Frauen und Männer, die, oft bis zur Erschöpfung, fleißig sind in unseren Kirchen und Gemeinden. In den zahllos sichtbaren und unsichtbaren Diensten knüpfen sie am „Band des Friedens“, welches die „Einigkeit im Geist“ ermöglicht. Offenbar wird es nicht einfach vom Himmel über oder um uns geworfen. Bei aller alltäglichen Geschäftigkeit stelle ich mir die Frage: Welche Fäden knüpfe ich in dieses Band ein? Drei Antworten finde ich:
Ich möchte lernen, in Begegnungen zuerst Hörender zu sein: Erfahrungen, Überzeugungen, Fragen und Zweifel des Anderen ernst nehmen, so wie ich es mir ja auch für mich wünsche.
Ich möchte Unvertrautem offen und neugierig begegnen. Nicht alles überzeugt mich. Dennoch will ich die Vielfalt der Glaubensäußerungen in unseren Gemeinden als Schatz entdecken.
Ich möchte Unterschiede aushalten. Mit denen im Frieden zu leben, die meiner Meinung sind, ist leicht. So wünsche ich uns allen Frohsinn und Gelassenheit beim gemeinsamen Knüpfen am Band des Friedens, das unsere Kirchgemeinden immer stärker umschließen und verbinden möge.
Herzlich grüßt Sie
Ihr Sebastian Schilling

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