Die aktuelle Andacht online

Angedacht

Liebe Gemeindeglieder in St. Markus und Trinitatis,

es ist, was es ist, sagt die Liebe. Diese bekannte Zeile stammt aus einem Gedicht von Erich Fried. Vielleicht erklingt eine Melodie in Ihrem Kopf. Es ist der Text zum Eingangslied der ZDFSendung 37°.
Es ist, was es ist, sagt die Liebe. Noch viele andere Definitionen hat man versucht, doch Fried zeigt bei allen: Sie sind falsch, einseitig, greifen zu kurz, können nicht erfassen, was das Gefühl der Liebe wirklich ausmacht. Es ist, was es ist, sagt die Liebe. Aber was ist es denn nun? Vielleicht hilft uns der Monatsspruch für August. Dort heißt es: Gott ist die Liebe, und wer in der Liebe bleibt, bleibt in Gott und Gott in ihm. (1. Joh. 4,16b-21).
Es ist, was es ist, sagt die Liebe. Und der Monatsspruch sagt:
Gott ist die Liebe. Ich frage mich: Was bedeutet das für mich, dass Gott die Liebe ist? Auch wenn dieser Vers immer wieder als Aussage über das Wesen Gottes herangezogen wird, geht es dem Verfasser eigentlich um etwas anderes: Nämlich darum, was es für das Leben seiner Leser bedeutet, dass Gott die Liebe ist.Aktuelle Andacht
Im Brief heißt es: „Lasst uns lieben, denn er hat uns zuerst geliebt.“ Was für ein Mut machender Zuspruch. Gottes Liebe geht der unseren voraus, ermöglicht sie vielleicht erst. So wie die Liebe einer Mutter oder eines Vaters das eigene Kind ins Leben begleitet und ihm erst ermöglicht, groß zu werden. Der Briefschreiber sagt: Genauso geht auch Gottes Liebe all unserer Liebe voraus. Menschliche Liebe ist also Abglanz oder Widerschein der Liebe Gottes. Wir können lieben, weil Gott uns zuerst geliebt hat. Weiter heißt es: „Dies Gebot haben wir von ihm, dass, wer Gott liebt, dass der auch seinen Bruder liebe.“ Auf die Gewissheit, dass Gott uns liebt, folgt ein Anspruch: der der Nächstenliebe.
Denn: Wer weiß, dass er von Gott liebevoll angesehen wird, versteht, dass es gar nicht nötig ist, immer nur ängstlich auf das Eigene zu blicken. Sondern er erkennt: Weil Gottes Liebe allen Menschen gilt, kann er auch andere mit liebevollem Blick anschauen. Im Brief heißt es: „Furcht ist nicht in der Liebe.“ Wieso keine Angst mehr? Habe ich nicht, gerade, wenn ich liebe, unendlich viele Ängste? Furcht davor, dass einer geliebten Person etwas passiert? Sorge darum, dass die Beziehung scheitern könnte? Niemals ist man so verletzlich, wie wenn man liebt. Oder? Dem würde der Briefschreiber sicher nicht widersprechen. Ihm geht es um eine ganz andere Furcht, nämlich die vor dem Jüngsten Gericht. Da sagt er: Ihr müsst euch nicht fürchten. Vertraut auf Gottes Liebe. Gott rettet Euch. An drei Beispielen habe ich dem Kernsatz des Briefes nachgespürt. Gott ist die Liebe. Wir können lieben, wir sollen lieben und wir dürfen uns geliebt fühlen – weil Gott die Liebe ist.
Es grüßt Sie ganz herzlich
Ihre Pfarrerin
Claudia Scharschmidt

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